Moni Meermädchen
Besuch aus Blubberhausen
Moni und die fremden Meeresbewohner • Zum Vorlesen und Selberlesen
Worum es in dieser Geschichte geht
Worum es in dieser Geschichte geht
Moni ist ein Meermädchen mit einem großen Traum: Sie will endlich in die Schwimmschule und genauso flink durchs Wasser sausen wie ein Delfin. Doch plötzlich passiert etwas, womit sie nicht gerechnet hat. In die Höhle nebenan ziehen neue Nachbarn aus Blubberhausen ein, und die sind ganz schön anders.
Moni weiß zuerst nicht, was sie von ihnen halten soll. Sie fühlt sich unsicher und ein bisschen durcheinander. Aber je besser sie die neuen Meeresbewohner kennenlernt, desto mehr merkt sie: Anderssein kann richtig spannend sein.
Eine Unterwassergeschichte für Kinder, die entdecken, dass sie mehr können, als sie denken.
Dieses Buch ist für Kinder, die…
Dieses Buch ist für Kinder, die…
- Unterwassergeschichten mit Meermädchen lieben
- Geschichten über Freundschaft mögen
- sich manchmal unsicher fühlen und trotzdem mutig sein wollen
- gern abtauchen und eine neue Welt entdecken
Leseprobe
Leseprobe
Tief unten im Meer, wo bunte Fische, leuchtende Quallen, Seesterne und Haie baden, liegt eine Meereshöhle. Ihr Eingang wird von zwei riesigen Tintenfischen bewacht, die mit ihren langen Tentakeln die Tür versperren. Die Höhle betreten darf nur, wer zur Familie des kleinen Meermädchens gehört: nämlich der Wassermann, die Wasserfrau und Moni, das kleine Meermädchen.
Und – nicht zu vergessen – Blubb, der Hausfisch.
In der Höhle ist es gemütlich. Es gibt eine kleine Küche, ein Zimmer für die Eltern und eines für Moni. Du musst wissen, eine Meerjungfrauenfamilie braucht nicht viel Platz, auch wenn der Ozean riesengroß ist. Denn Moni ist nicht größer als dein kleiner Finger, und ihre Flosse ist so winzig wie die eines Goldfisches.
Nachts schläft Moni in einer Miesmuschel, und der Hausfisch Blubb gräbt sich in den sandigen Meeresboden ein. Nur wenn er einen schlechten Traum hat, schmiegt er sich an Monis Rücken.
Nach dem Aufstehen isst Moni am liebsten Algensalat. Der Wassermann liest jeden Morgen in der Zeitung, und die Wasserfrau trinkt Korallentee. Sogar Blubb darf mit am Frühstückstisch sitzen. Wie jeden Morgen sitzt die Familie auch heute zusammen.
„Wann komme ich endlich in die Schwimmschule?“, möchte Moni wissen.
Der Wassermann faltet seine Zeitung zusammen und beißt in eine Muschelpraline.
„Bwenn du fross genug bwist“, antwortet er mit gefüllten Backen.
Die Wasserfrau schüttelt den Kopf. „Mit vollem Mund spricht man nicht, Wassermann. Niemand hat verstanden, was du gesagt hast.“
Der Wassermann schluckt. „Wenn du groß genug bist, kommst du in die Schwimmschule, Moni.“
„Aber ich bin schon groß. Ich stoße mir jede Nacht die Flosse an meinem Muschelbett.“
„Dann brauchst du ein größeres Bett. Ich werde mich nach dem Frühstück auf die Suche machen. Aber die Schwimmschule muss noch warten.“
Der Wassermann greift nach einer zweiten Muschelpraline, doch bevor er sie in den Mund stecken kann, schnappt die Wasserfrau sie ihm weg.
„Du darfst vor dem Schwimmen nicht so viel essen! Du weißt, was passiert, wenn dein Bauch so dick ist wie ein Ballon.“
Der Wassermann seufzt. „Ich weiß. Wenn ich zu viel esse, zieht mich mein runder Bauch hinab auf den Meeresgrund.“Er steht auf und schwimmt zur Tür.
Moni kullert eine winzige Träne über die Wange. „Wie lange dauert es noch, bis ich groß bin?“
„Wenn du in deinem Salat nur herumstocherst, dauert es noch sehr lange“, antwortet die Wasserfrau.
„Aber ich will jetzt endlich lernen, wie man richtig schwimmt. Wie die anderen Meerjungfrauen. Von meinem Fenster aus habe ich sie gesehen. Sie sind so schnell geschwommen wie Delfine. Das will ich auch können!“
„Du bist aber kein Delfin, Moni“, erklärt der Wassermann. „Und die anderen Kinder sind viel größer als du. Jetzt schon im weiten Meer zu schwimmen, wäre viel zu gefährlich für dich.“
„Gefährlich?“, fragt Moni nach.
„Ja, du wiegst nicht mehr als ein Wasserfloh. Jede kleinste Strömung würde dich mit sich ziehen.“
Damit dreht sich der Wassermann um und schwimmt davon.
„Schade“, sagt Moni, während sie ihrem Vater nachwinkt, der sich im tiefen, weiten Meer auf die Suche nach einem neuen Muschelbett macht.
Zum Mittagessen kehrt der Wassermann zurück. Er hat ein schönes Bett für Moni mitgebracht. Eine Auster.
„Die ist aber groß!“, staunt Moni.
„Jetzt kannst du weiter wachsen“, sagt der Wassermann stolz.
„Was für eine riesige Auster!“, staunt auch die Wasserfrau. „Ob eine Perle darin ist?“
„Eine Perle?“, wiederholt Moni fragend.
„Manchmal versteckt sich in einer Auster eine wunderschöne Perle. Solche tragen die Menschen als Schmuck“, erklärt die Wasserfrau.
„Aber wir Meereswesen können sie nicht an einer Kette um den Hals tragen“, fügt der Wassermann hinzu. „Dafür sind sie viel zu groß.“
„Und was machen wir dann mit der Perle?“, fragt Moni.
„Wir könnten sie ins Regal legen“, schlägt die Wasserfrau vor.
„Oder hin und her werfen wie einen Ball“, sagt der Wassermann.
„Ich würde sie lieber an einer Kette tragen“, meint Moni.
„Dafür bist du viel zu klein“, entgegnet der Wassermann.
Da wird Moni wütend. „Ich will nicht für alles zu klein sein! Ich will endlich groß sein!“
Der Wassermann schüttelt den Kopf. „Vielleicht ist ja gar keine Perle in der Auster. Lasst uns mal nachsehen.“
Der Wassermann öffnet die Muschel. Keine Perle. Die Muschel ist leer.
„Schade“, seufzt die Wasserfrau, holt ein paar Algenblätter aus dem Garten und legt sie hinein.
„Wir brauchen überhaupt keine Perle“, sagt der Wassermann. „Das Wichtigste ist, dass das Bett bequem ist und passt. Leg dich einmal hinein, Moni.“
Moni legt sich in die Auster. „Groß und weich!“
„Gut. Und wenn du dir irgendwann wieder die Flosse am Bettrand stößt, dann bist du groß genug.“
Informationen zum Buch:
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Zum Vorlesen und Selberlesen ab 7 Jahren
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64 Seiten, Hardcover
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Farbig illustriert von Anastasia Khmelevska
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Hardcover mit Glitzereffekt auf dem Cover
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ISBN: 978-3-98830-014-0
Erhältlich im stationären Buchhandel sowie online.





